Zahnarztpraxis
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Kiefergelenk-Knacken

Kiefergelenk-Knacken

Es gibt 8 Möglichkeiten, weshalb ein Kiefergelenk knackt. Für 5 dieser Möglichkeiten ist der Diskus (Knorpelscheibe im Kiefergelenk) verantwortlich.Die 3 anderen Möglichkeiten (die nicht diskusbedingt sind) sind für das Gelenk nicht besonders schlimm, können aber nicht mit Aussicht auf Erfolg therapiert werden. Diese sind:

1. Das Ligamentum laterale wird vom seitlichen Pol des Kiefergelenkköpfchens gezupft und schwingt, wie die Saite einer Gitarre. Das kann an Knochenapposition am seitlichen Pol des Kondylus bedingt sein oder durch eine Sklerosierung oder Teilsklerosierung des Ligamentums laterale.

2. Knorpelhypertophie; beim Öffnen und Schliessen hört man immer an derselben Stelle ein leichtes Knacken (das eher als knurpsen oder knispeln von den Patienten bezeichnet wird).

3. Kondylushypemobilität; die Gelenkkapsel dieser Patienten sind "ausgeleiert" und beim weiten Öffnen rutscht das Gelenkköpfchen über das Tuberculum articulare, welches normalerweise die Öffnung limitiert, hinüber.

Die diskusbedingten Knackgeräusche:

4. Diskushypermobilität (1. Stufe einer Diskusverlagerung)

5. partielle Diskusverlagerung: zu 90% ist der seitliche Anteil des Diskus nach vorn verlagert, zu 10% der innere Anteil.

6. totale Diskusverlagerung: der Diskus liegt auf seiner gesamten Breite bei geschlossenem Mund vor dem Kieferköpfchen.

7. Diskusadhäsion: der Diskus ist mit dem Untergrund verwachsen und nicht mehr frei beweglich.

8. Diskusverlagerung mit terminaler Reposition: erst am Ende der Mundöffnung schafft der Diskus den Sprung auf das Gelenkköpfchen.

Die häufigste Ursache (75% ) für ein Knackgräusch im Kiefergelenk sind die partielle und die totale Diskusverlagerung (Punkt 5. und 6.). Hierbei liegt der Diskus bei geschlossenem Mund teilweise oder ganz vor dem Kieferköpfchen, nicht wie es physiologisch richtig wäre oben darauf. Beim Öffnen ziehen die Haltestrukturen immer stärker am Diskus, bis dieser auf das Kieferköpfchen springt. Dieser Vorgang verursacht ein mehr oder weniger lautes Knacken. Beim Schließen hüpft der Diskus wieder vom Kieferköpfchen, was wieder zu einem Knackgeräusch führt.

Hierbei sind die Haltestrukturen, welche den Diskus auf dem Kieferköpfchen halten, geschädigt. Die Vorschädigung des Stratum inferius, der Konvexität der Pars posteria des Diskus und des Stratum superius und 10 weitere Parameter zeigen an, ob eine Therapie in einer knackfreien Unterkieferlage ein stabiles Langzeitergebnis liefern kann.

Eine weitere Schädigung der Haltestrukturen oder ein Unfall können dazu führen, dass der Diskus auch bei weiter Mundöffnung nicht mehr auf das Gelenkköpfchen springt. Dies nennt man eine Diskusverlagerung ohne Reposition. Hierbei hört das Knacken im Gelenk auf, der Mund lässt sich aber nicht mehr ganz öffnen. Das Kieferköpfchen stösst nun bei der Öffnung auf den vorverlagerten Diskus. Hierbei ist es extrem wichtig schnell zu entscheiden, ob eine Reposition des Diskus in Vollnarkose mit den Folgebehandlungen in Frage kommt.